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1941
am 8. 5. in Bromberg (Bydgoszcz) geboren

1944
Umzug der Familie von Bromberg nach Falkenstein im Vogtland

1947-55
Besuch der Grundschule
Interesse für Musik durch den Vater geweckt

1952
Umzug der Familie nach Mülsen St. Jakob (bei Zwickau)
Erste Begeisterung für Rembrandt
In der 6. Klasse Herausbildung eines bildnerischen Gestaltungswillens
Beeindruckt von den Arbeiten der Käthe Kollwitz

1955-58
Lehre als Gebrauchswerber
Besuch der Mal- und Zeichenschule Zwickau bei Prof. Carl Michel (Abendschule)
Optischer Aphorismus im Plakat verdichtet sich aus der Zusammenfassung beruflicher und künstlerischer Anregung
Starke Bindung zur Musik prägt sich weiter aus

1959
Bewerbung zum Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden; Aufnahme wird abgelehnt

1960
Wiederholte, erfolgreiche Bewerbung

1960-62
Grundstudium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei G. David und G. Horlbeck
Starker Eindruck von den Arbeiten Prof. Hans Theo Richters
Die Schrift als bildnerisches Strukturelement verstärkt Zuneigung zum angewandten Bereich

1962
Hochschulwechsel an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Abteilung
Freie Grafik und künstlerisches Plakat bei Heinz Wagner
Schrift bei Irmgard Horlbeck-Kappler
Heranführung an das künstlerische Werk von Rudolf Koch
Beschäftigung mit der Lithografie

1963
Kunstpreis der Stadt Zwickau mit dem Kinderzyklus: "Hans-Jürgen" (Lithografien)
Thema: Schaffensfreude, Lebensfreude

1964
Preis im Plakatwettbewerb für die innere Mission
Während der Studienzeit Besuch von Vorlesungen über Bonhoeffer an der Sektion Theologie bei Prof. Amberg
Erster Schriftzyklus entsteht: "Stationen auf dem Weg zur Freiheit"

1965
Diplom
Theoretische Abschlussarbeit: "Musik und Bildende Kunst - Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Wesen und in der Wirkung"

1965-69
Als Ausstellungsgestalter tätig bei VEB Leipzig-Projekt, Zusammenarbeit mit Architekten (Funktion von bildender Kunst im Raum)
Erproben verschiedener Materialien bei baugebundenen Fries- und Wandgestaltungen

1967
1. Preis im Plakatwettbewerb Kirchentag Dresden - Meißen
Persönliche Umsetzung der Schrift als legitimes grafisches Mittel in den eigenen Schaffensbereich

1968
Gestaltung der Altarfenster in der Taborkirche Leipzig
Verbandsaufnahme wird abgelehnt

1969
Heirat mit Gabriele Mehlhorn
Freiberufliche Tätigkeit

1970
Geburt der Tochter Beate
Nach Einspruch wird Verbandskandidatur nochmals verlängert
Gestaltung der Fensterfassade in der Versöhnungskirche Leipzig

Beginn der Entwürfe für die Materialgrafik der Kirche Leipzig Knauthain
Intensives Betreiben der Schrift hin zum grafischen Einzelblatt
Einbeziehung der Collage, angeregt schon seit längerer Zeit durch John Heartfield
Erste grafische Blätter zum "Meißner Tedeum" entstehen
Weiterhin Porträts zum Thema: Mutter und Kind

1971
Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR

1972
Geburt der Tochter Annedore
Erkrankung der Tochter Beate führt zur Schwerstbehinderung

1973
Umzug in die Ferdinand-Lasalle-Straße (Räumlichkeiten bieten Voraussetzungen einer Verbindung von Musik und bildender Kunst sowie Literatur in angestrebter Einheit von Bild und Text)

1974
1. und 3. Preis im Plakatwettbewerb Kirchentag Dresden
Entstehung des Zyklus "Die letzten Tage der Schöpfung" nach Texten von Jörg Zink

1975
Geburt des Sohnes Matti-Andreas (Seine Webseite: Matti Klemm)
Außenwandgestaltung des Therapiehauses für geistig Behinderte in Templin/Uckermark (Innere Mission)

1977
Außengestaltung des Kulturhauses im Kliniksanatorium R. Aßmann, Graal-Müritz
Die Freude sich entwickelnden Lebens mit der Konfrontation ständiger Verschlechterung von Beates Krankheitsbild nehmen Einfluss auf Themen in Bild und Text.

1978
Entstehung des Blattes: "Beate im Spiegel" (Glasscheibe wird zunehmend zum Sinnzeichen verschiedener Assoziationsebenen)
Grafische Gesamtgestaltung des Kirchentages in Leipzig

1979
Gestaltung der Giebelfassade am Gemeindehaus Berlin-Schmöckwitz
Die Auffassung von Schrift als flächenhaft gestaltete Architektur kommt zum Tragen.

1981
Studienreise in die Sowjetunion
Weiterführung der grafischen Blattfolge: "Meißner Tedeum" seit 1970 (15., 16., 17. Fassung)
Anlässlich einer Ausstellung in Westberlin Begegnung mit dem syrischen Künstler Marwan
Strukturelle Eingliederung in ein Bildgefüge schafft neue Möglichkeiten von Kompositionen und Schriftarchitektur
Großformatige Köpfe im Ausschnitt entstehen

1982
Gestaltung der Stirnwand im Festsaal der Dresdner Brüdergemeinde
Zwei Fassadengestaltungen am neu erbauten Schwesternaltenheim des Mutterhauses "Neuvandsburg" Elbingerode

1983
Tod des Vaters, Tod der Tochter Beate
Gestaltung der Altarwand im Gemeindezentrum der Paulus-Kirche Leipzig-Grünau in Verbindung mit einem Architektenkollektiv
3. Preis im Plakatwettbewerb Kirchentag Dresden

1984
Diverse Wandgestaltungen im Rüstzeit- und Erholungsheim Haus "Gottesfriede" Berlin-Woltersdorf
Künstlerische Gesamtgestaltung des Kirchgemeindehauses Auerbach im Vogtland

1985
Verstärkte Zuwendung zum grafischen Einzelblatt und zur Druckgrafik, insbesondere der Lithografie

1987
Fassadengestaltung in der Diakonischen Einrichtung für geistig Behinderte Neinstedt/Nordharz
Giebelgestaltung am neu erbauten Schwesternheim im Mutterhausgelände Elbingerode
Innenwandgestaltung im Diakonissenmutterhaus "Zion" Aue

1988
Finnlandreise (1987) ließ nachhaltigen Eindruck zurück. Die Beziehung von Landschaftsstruktur zu der des menschlichen Gesichtsfeldes wird intensiviert.
Konzipierung und Erweiterung der grafischen Blattfolge "Flugbilder - Gesichtsfelder"

1989
Künstlerische Gestaltung des Methodistischen Kirchgemeindezentrums Wuppertal-Barmen
Persönliches Kennenlernen von R. O. Wiemer
Freundschaftliche Kontakte durch gemeinsame Anliegen von Literatur und Bildender Kunst führen zur Ausstellung im Künstlerhaus Göttingen.
- Link zu der Webseite R. O. Wiemer -


Beschäftigung mit der Umbruchsituation der ehemaligen DDR in Form von Entwürfen und Tagebuchnotizen

1990
Es entsteht der Zyklus "Grafische Tagebuchblätter, Herbst 89"
Zunehmende Ausstellungstätigkeit

1991
Wandgestaltung im Kirchgemeindesaal Sterzhausen (Kreis Marburg)

1992
Arbeiten auf den Original-Aktenordnern aus dem Keller der Staatssicherheit Leipzig
Es entsteht ein Objekt-Collagenzyklus: "Erfaßt, geschunden und doch lebendig"
Beginn der Einbeziehung von Original-Spiegelscherben
Sitzstreik vor der Nikolaikirche Leipzig unter dem Thema: "Wer Unrecht geschehen läßt, bahnt weiterem Unrecht den Weg." (W. Brandt)

1993
Gedenkstein zur 25. Wiederkehr der Sprengung der Universitätskirche
Reise nach Kanada (Vancouver). Künstlerischer Erfahrungsaustausch
Weiterreise nach Kalifornien (San Francisco)
Nachspüren der Flugbilder unter kreativen Gesichtspunkten im Verhältnis von Makro- und Mikrokosmos.

1994
Tod der Mutter
Italienaufenthalt (geplante Arbeiten über Pompeji)
Reise nach Israel mit Leipziger Künstlern
Weiterführung der Scherbenbilder als Fortführung der Scherbensymbolik früherer Arbeiten in zeichnerischer Manier
Zunehmende Großgrafiken am Nordeck der Nikolaikirche Leipzig zu weltpolitischen Themen und Situationen im eigenen Land

1995
Intensivierung der eigenen Grafik-Edition
Herausgabe von eigenen Mappen und Postern über Musik und Literatur sowie Kunstkarten
Entstehung der "Wiemer-Mappe" zum 90. Geburtstag des Schriftstellers
Weiterführung der Kopfbilder (Gesichtsausschnitte, verfremdet im großen Format)
Verstärkte Lehrtätigkeit (Erwachsenenbildung) in verschiedenen Städten Deutschlands. (Die Glasscherbe wird zur kreativen Grundlage künstlerischer Anregung. "Aus Zerbrochenem Neues gestalten")

1996
Kopfbildserie über den Gewandhauskapellmeister Kurt Masur
Umzug von der Ferdinand-Lassalle-Straße nach Leipzig-Thekla
Entwürfe eines umfassenden Wandbildes im Katharinensaal der Lutherstadt Wittenberg

1997
Ausführung des Wandbildes in Wittenberg
Entwurf und Ausführung einer großen Wandgestaltung in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Leipzig
Heirat der Tochter Annedore mit Matthias Wienert

1998
Geburt der Enkeltochter Antonia
Blätter der Hoffnung entstehen ("Werden I und Werden II")
Verstärkte Anwendung transparenter Knittertechnik
Reflexion zu eigenen Kindern, "Erinnerung an B."
Zunehmende Wortmeldung in der Presse über die Verunstaltung des Augustusplatzes.
Rundumbemalung eines Therapiehauses für Psychiatrie in Zusammenarbeit mit Jugendlichen dieser Einrichtung
Tod Rudolf Otto Wiemers
Reise nach Paris (Museen) und Chartres (Kathedrale)
Wiederholte Reise nach Californien
Beginn der Bretterbilderserie

1999
Gestaltung einer Stele über die Matthäikirche Leipzig vor dem Gebäude des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit.
Initiator eines offenen Protestbriefes 16 prominenter Kulturschaffender über die Gestaltung des Augustusplatzes
öffentlicher Protest gegen den Abriß des Henriette-Goldschmidthauses (grafische Arbeit: "Wundmale")
Beginn einer schweren Augenkrankheit

2000
Bronzetafel Thomaskirche (neben Bachgrab)
Mappe B-A-C-H (Lithografien)
Dreharbeiten zu Kurzfilm im Mitteldeutschen Rundfunk "Glaubwürdig - der Künstler Matthias Klemm"
Reise nach Griechenland (bearbeitet Themen über Ikarus und Laokoon)
Reise nach London (Kunstmuseen, Collagenskizzen zu Velázquez "Venus im Spiegel")
Engagement für den Wiederaufbau der Universitätskirche Leipzig (Collage - Fassade und Chorraum in Verbindung mit moderner Glasgestaltung)

2001
Beendigung des Bretterbild-Triptychons: "Passion nach J. S. Bach"
Wandbild im Andachtsraum der Rhönklinik Probstheida.
Die Untersuchungsfotos der Augenklinik inspirieren zum kreativen Umgang mit eigenem Krankheitsbild. Es entsteht der Zyklus: "Augen-Blicke" (Collagen vor eigenem Augenhintergrund)

2002
Mehrere Krankenhausaufenthalte bieten Zeit für künstlerische Notizen, Abhandlungen und Vorträge
Fortsetzung der Bretterbilder mit Selbstbildnissen
Nach dem Tod der Schwiegereltern Umzug des Schwagers Peter Mehlhorn in unsere Leipziger Wohnung (Betreuung durch seine Schwester Gabriele)
Geburt der 2. Enkeltochter Marianna
Ausführung Wandbild im Strahlentherapie-Behandlungshaus der Med. Falkultät "Carl Gustav Carus" der Technischen Universität Dresden mit gleichzeitiger Ausstellung in der Galerie

2003
Seit dem Irak-Krieg im März Entstehung der Blattfolge "Rufer und Gliederpuppe" (acht Fassungen)
175. Einzelausstellung in Leipzig seit 1970
Begegnung mit David Timm. Beginnende Zusammenarbeit Musik - Bildende Kunst
Auftrag für eine umfassende Glasfenstergestaltung (Wettbewerb) im neu errichteten Andachtsraum des Diakonissenkrankenhaus Leipzig

2004
Zwei Wandgestaltungen in der Kirche zu Radeberg
- weitere Informationen zur Stadtkirche Radeberg -
Wandbild im Altarbereich vom evangelischen Gemeindezentrum Liegau
Außenwandgestaltung Waldhofschule Templin ("Eine Schule für alle")
Wandbild im Raum der Stille Robert-Koch-Klinik Leipzig-Grünau
Ausstellung zu den "Fredener Musiktagen" über Musik in der bildenden Kunst ("Artist in residence")
Es entstehen Blätter zu musikalischen Themen und Erstaufführungen
Intensive Beschäftigung mit weiblicher Aktdarstellung durch Zeichnung, Walztechnik, Collagen und Schrift
Fertigstellung der zwei Glasfensterfronten in Zusammenarbeit mit der Glaswerkstatt Blönsdorf (Glasmosaik)

2005
Weiterführung der Aktdarstellungen
Es entstehen Arbeiten über Musikerpersönlichkeiten, wie H. Blomstedt und R. Chailly
Fortsetzung der Blattfolge über D. Timm
Kurzer Wienaufenthalt, der Wirkungsstätte von Beethoven, Mozart und Mahler, Kokoschka, Klimt und Schiele hinterlässt starken Eindruck
Fahrt nach Italien (Florenz, Siena, Arezzo und Assisi), Begegnung mit den Werken von Michelangelo, Boticelli, Wandmalereien von Pinturicchio, Piero della Francesca und Giotto
Ausführung eines Wandbildes im stationären Bereich der Robert-Koch-Klinik Leipzig Grünau 2. Etage

2006
Ausführung eines Wandbildes Leipzig Grünau im stationären Bereich 1. Etage
Herausgabe einer umfassenden Künstlerbiografie "Matthias Klemm - Arbeiten aus 4 Jahrzehnten" (Passage Verlag Leipzig)

2007
Weiterführung der freien künstlerischen Tätigkeit
Die Webseite www.matthias-klemm.com geht online.

2012
Im Januar 2012 erhielt Matthias Klemm die Ehrenmedaille der Stadt Leipzig vom Ersten Bürgermeister Andreas Müller überreicht.


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Als freiberuflicher Maler und Grafiker in Leipzig tätig.
Dozent für kreatives Gestalten seit 1988 am Kreativitätszentrum Leipzig (Mehlhorn-Stiftung, Bildungs- und Forschungsinstitut)